Im Test: Kaufland Rumpfbausatz

Apple 500 ML von K Classic

Die Firma Kaufland zusammen mit dem Hersteller K Classic steigt neu in das Helikopter-Rumpfbausatz Marktsegment ein.

Mit aggressiven Preisen wird den alteingesessenen Konkurrenten am Markt wie etwa Causemann der Kampf angesagt.

Mit Verblüffung mussten wir feststellen, dass in fast allen Filialen des Konzerns die Rümpfe auf Lager vorhanden waren. Aus einer großen Auswahl an Modellen und Größen haben wir uns für diesen Test für ein Modell der 500er-Klasse entschieden, welche z.B. für 34cm Koax-Helikopter ideal geeignet sind.

Im weiteren Angebot ist die 1500er-Klasse, welche für 70cm Helikopter wie den Belt CP oder den T-Rex 450 vorgesehen sind.

Das Überraschendste zuerst
Der Gesamte Rumpf für das Modell Apple 500 ML kostet nur 25 Cent! Und das als bundesweit geltender Einheitspreis! Das ist wirklich ein Kampfpreis, der seinesgleichen sucht. Gleichwohl vermuten wir, dass nach einer Einführungsphase die Preise deutlich anziehen werden.
Jedoch der erste (kleine) Haken folgt sofort. Der Rumpf wird aus verpackungstechnischen Gründen nur mit einer druckbefüllten Schutzflüssigkeit ausgeliefert. Für diese Schutzbefüllung, welche nach Herstellerangaben Knicken und Beulen im Rumpf vorbeugen soll, sind nochmals ca. 30 Cent fällig. Aus Insiderkreisen ist jedoch bekannt, dass es durchaus auch Möglich ist, die Rumpfformen auch ohne die Schutzbefüllung auf dem Schwarzmarkt zu erwerben.

Auf dem Labortisch
Der Roh-Rumpf wird zunächst auf Herz und Nieren getestet: Es handelt sich hier um das extrem langlebige Polyethylenterephthalat, kurz PET. Aber auch hier hat der Hersteller wieder einen Schritt weiter gedacht als manch ein anderer Konkurrent: Das Material ist zu 100% Recycling-fähig. Eine Idee, so finden wir, die längst überfällig war, wenn man die Heerscharen von Rumpffliegern betrachtet die Tag für Tag mit Ihren Plastiktüten bewaffnet über das Flugfeld streifen.

Die Verarbeitung ist makellos, die Materialstärke von zwei zehntel Millimetern reichen für alle Belastungen aus. In sensiblen und statisch besonders stark beanspruchten bereichen wie z.B. im Heckbereich wurde die Wandstärke auf 4 zehntel Millimeter verdoppelt. Der besonders beanspruchte Frontbereich des Rumpfes (z. B. bei den beliebten Nose-Dives) wird gar im Millimeter-Maßstab verstärkt.

Der Einbau
Leider liegt keine Anleitung bei, wie man das Material am besten bearbeitet bzw. welche Maßvorgaben zu beachten sind. Dies ist ein Fehler, den wir im Hinblick auf den jungen Einstieg in dieses Marktsegment verzeihen wollen. Wir haben mit traditionellen Cutter-Messern und Scheren gearbeitet, welche beide für dieses Einsatzgebiet bestens geeignet waren.

Als Basis für die Mechanik und Elektrik wurde ein bewährter Bell 47G V06 SE Helikopter gewählt, da dieses robuste Modell Fehler im Rumpfaufbau am besten kompensieren kann.

Durch die gute Verarbeitbarkeit des Materials konnte binnen weniger Minuten aus dem Roh-Rumpfbausatz ein fertiges, naturgetreues Modell des Apple 500 ML fertig gestellt werden. Die Größe und Form wurde vom Hersteller K Classic geschickt gewählt, so dass auch für Sonderteile wie Lipo-Warner und Beleuchtungssätze noch genug Platz vorhanden ist.

Der Umbau überzeugt durch detailtreue, die bereits aufgebrachten Decals runden das Gesamtbild ab.

Praxistest
Der Rumpfbausatz wiegt mit 22 Gramm nur 6 Gramm mehr als der Originalrumpf des Helikopters, trägt also gewichtsmäßig kaum auf. Als besonderes Highlight gibt es im Frontbereich ein stufenlos einstellbares Gewicht, welches durch Herausdrehen das Austarieren des Helikopters um die Nickachse erlaubt. Hier kann nach belieben zwischen gemütlichem Zimmerflug und aggressiven Outdoorheizen gewechselt werden. In der Praxis hat sich jedoch der Einstellumfang als zu gering erwiesen, weswegen wir ganz darauf verzichtet haben.

Bei extremer Motorbelastung kann dieses Gewicht jedoch vollständig weggelassen werden, wodurch der entstehende Rundquerschnitt im Bugbereich als Luftansaughutze dient. Beim schnellern Vorwärtsflug wird so Luft durch den gesamten Rumpf geleitet, an der 4-in-1 und den Motoren vorbei um so die Wärme besser abführen zu können. Ein, so finden wir, innovatives Konzept im Bereich Rumpfbau.

Im Flug überzeugt die durchdachte Rumpfform durch geringe Windangriffsflächen sowohl von den Seiten als auch vom Heck her, Windströmungen werden nicht geblockt sondern symmetrisch um den Rumpf herum abgeleitet.

Während des Härtetests wurde das sog. Dead Duck Manöver geflogen, bei welchem mitten im Flug die Stromzufuhr des Akkus unterbrochen wird. Auch diese Prüfung wird vom Rumpf anstandslos und ohne Schäden weggesteckt (siehe Video).

Fazit
Der Rumpf kann allein durch seinen Preis und seine Verarbeitungsqualität überzeugen. Gerade für den Einsteiger in den Fullscalebereich ist es ein attraktives Angebot. Wir warten gespannt auf die nächste Generation von Rümpfen des Herstellers K Classic.

Pro
  • Sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis

  • Gut zu verarbeitendes Material

  • Innovative Recycling-Möglichkeit

Contra
  • Fehlende Einbauanleitung

  • Decals mussten teilweise nachgeklebt werden

Video Download

Bild-Impressionen

Hinweis, © Copyright, ® etc.:

Dieser Testbericht ist als Hommage an die excellenten Testberichte von Walter Neyses gedacht.

Der Bericht ist -trotz allem Spaßes- inhaltlich korrekt. Nachbauten des Apple 500 ML Rumpfes sind durchaus erwünscht.

© Copyright 2007 Klaus Kühnl